MWST neue Steuersätze ab 1.1.2018

Das Volk hat im Zusammenhang mit der Vorsorgevorlage Ende des letzten Monats beschlossen, die Mehrwertsteuersätze erstmals nach unten anzupassen. Die Sätze reduzieren sich von 8% auf 7.7% und von 3.8% auf 3.7% – auch die Pauschal- und Saldosteuersätze sind nicht verschont geblieben. Dies bedingt teilweise bereits heute erste Anpassungen – Sie finden mehr Informationen dazu sowie zu den neuen Abrechnungsformularen hier:


Neue Steuersätze
Die Steuersätze werden per 1. Januar 2018 wie folgt angepasst:



Quelle: www.estv.admin.ch


Es ist unbedingt darauf zu achten, dass auf Kaufbelegen oder Rechnungen für Leistungen ab dem 1. Januar 2018 die neuen Steuersätze abgerechnet werden. Werden fälschlicherweise die bisherigen Steuersätze ausgewiesen, sind diese gegenüber der ESTV abzurechnen – eine allfällige nachträgliche Korrektur der zu hohen Abgaben ist sehr aufwändig.


Von der Senkung betroffen sind ebenfalls die Saldo- und Pauschalsteuersätze.


Quelle: www.estv.admin.ch


Dementsprechend verbleiben nun noch knapp drei Monate Zeit, um die Abrechnungssysteme anzupassen – doch warten Sie nicht allzu lange ab, denn jahresübergreifende Leistungen sind bereits heute mit den neuen Sätzen zu berechnen!


Wichtig! Für all unsere Kunden, die Abacus benützen, haben wir die nötigen Umstellungen bereits vorgenommen. Für Bexio-Kunden wird die Umstellung ebenfalls automatisch erfolgen, der einzige noch offene Punkt ist, ob sich die MWST-Sätze bei den erfassten Produkten ebenfalls automatisch angleichen oder nicht – Bexio wird dazu noch informieren.


Nachfolgend eine Hilfestellung für die Übergangsphase von den alten zu den neuen Steuersätzen – entscheidend ist, unabhängig vom Rechnungsdatum und Zahlungsdatum, wann die Leistung anfällt:


– Vorfakturierte Leistungen, die komplett im Jahr 2018 erfolgen:
Unterliegen grundsätzlich – schon heute – den neuen Steuersätzen.


– Jahresübergreifende Leistungen, bei denen im Jahr 2018 noch Leistungen anfallen:
Die noch zu fakturierenden steuerbaren Umsätze sind pro rata temporis auf den alten und den neuen Steuersatz aufzuteilen und separat auszuweisen – wird dies nicht korrekt ausgewiesen, muss die gesamte fakturierte Leistung mit den bisherigen Steuersätzen abgerechnet werden (was die Leistung gegenüber einer nicht steuerpflichtigen Person/Gesellschaft verteuert). Anbei eine Illustration einer solchen Aufteilung auf einer Rechnung. Zwei Punkte müssen beachtet werden, damit die neuen Steuersätze bereits heute angewendet werden dürfen: 1) zeitliche Angabe der Leistungserbringung im 2018, 2) Angabe des neuen Steuersatzes 7.7%:



Ebenfalls müssen Leistungen mit den bisherigen Steuersätzen komplett abgerechnet werden, falls der Leistungserbringer im Zeitpunkt des Verkaufs im Jahr 2017 nicht weiss, wann genau die jeweiligen Leistungsbezüge anfallen werden (ob im 2017 oder im 2018 – bspw. bei Mehrfahrtenkarten, Autowaschkarten).

Falls Ihr Unternehmen Verträge bzw. Leistungen (Serviceverträge, Wartungsverträge usw.) anbietet oder bereits heute mit den neuen Sätzen fakturieren will, ist eine Implementierung und Umstellung des EDV-Systems bereits heute notwendig. Zur Illustration soll nachfolgendes Flussdiagramm dienen:


Quelle: MWST INFO 19

Im Weiteren empfehlen wir Ihnen, bei Dauerverträgen über das Jahresende (bspw. Leasing- und optierte Mietverträge) gegenüber dem Leistungsempfänger eine schriftliche Anpassung bezüglich der ab 1.1.2018 gültigen Steuersätze vorzunehmen (auch hier: ausgewiesene Steuer = geschuldete Steuer).



Neue Abrechnungsformulare
Durch die vorgenannte Änderung werden auch kleinere Anpassungen des Abrechnungsformulars notwendig.

Bereits für das 4. Quartal 2017 und ab dem 1. Quartal 2018 gibt es neue Abrechnungsformulare.

Falls Sie noch nicht über das Portal SwissTax ihre Mehrwertsteuer-Abrechnungen online einreichen, finden Sie die neuen Formulare hier.

Wir helfen Ihnen gerne, sollten Sie Fragen haben.